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Zwischen Feed und Filmset: Jana Riva über Haltung, Social Media und Hollywood

May 7, 2026

Personalities

Jana Riva gehört zu den Creator:innen, die Social Media von Anfang an mitgeprägt haben – und sich heute bewusst breiter aufstellen. Ab sofort ist sie Teil der Talent Agency von We Are Era und bringt dabei eine über Jahre gewachsene, eng verbundene Community mit. Als Schauspielerin und Content Creatorin bewegt sie sich zwischen zwei Welten, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Im Interview erzählt sie, warum Authentizität für sie kein Buzzword ist, wie sie mit Vorurteilen gegenüber Creator:innen umgeht und was ihr Plan über Social Media hinaus ist.

Du hast dir über Social Media eine große Community aufgebaut, willst aber bewusst nicht als klassische Influencerin gelesen werden. Was glaubst du: Warum folgen dir Menschen wirklich – und was unterscheidet deine Community von anderen?

„Auch wenn ich schon lange dabei bin, ist es für mich immer noch komisch, dass mir Leute folgen. Ich habe ja damals aus Spaß angefangen. Ich gehöre noch zu der Generation, die das aus Spaß angefangen hat, als es den Beruf noch gar nicht gab.

 

Mein Ursprungsgedanke war immer: Ich möchte Menschen bewegen, ich möchte Menschen unterhalten, ich möchte Menschen etwas fühlen lassen. Deswegen habe ich auch eine Schauspielausbildung gemacht, um später durch Filme oder andere kreative Arten Menschen etwas fühlen zu lassen und sie ein bisschen vom Alltag ablenken zu können.

 

Und jetzt ist es aber so ein bisschen mein eigener TV Sender geworden. Ich habe die Leute einfach an meinem Tag teilhaben lassen und lege dabei sehr großen Wert auf Authentizität. Was mich unterscheidet, ist, dass ich mich auch in unperfekten Situationen filme und das schon immer gemacht habe. Also nicht 20 Mal überdenke: Warum soll ich das jetzt hochladen? Da sieht mein Doppelkinn ein bisschen heftiger aus. Mein Gott, du kannst nicht 24/7 gestylt aussehen. Und zur Authentizität gehört nun mal dazu, dass man auch mal ein bisschen verklatscht aussieht.

 

Die Leute wollen wissen: Wie geht es in meinem Leben weiter? Ich habe große Ziele und es ist einfach faszinierend, dass es Leute gibt, die seit Tag eins alles miterleben, durch alle Höhen und Tiefen mit mir gehen.“

Du bewegst dich zwischen Social Media und Schauspiel, zwei – auf den ersten Blick – sehr unterschiedliche Welten. Wo widersprechen sie sich, und wo profitieren sie voneinander?

„Social Media ist generell für vieles einfach ein Türöffner. Da mein Content auch stark auf Filme und Serien bezogen ist, bekomme ich dadurch immer wieder die Chance, an große Blockbuster Sets zu gehen oder Interviews mit Hollywood-Schauspieler:innen und Regisseur:innen zu führen. Das hätte ich mir damals, als ich in der Schauspielschule war, niemals so vorstellen können. Deshalb bin ich sehr froh, dass ich den Weg über Social Media gegangen bin.

 

Der Widerspruch ist, dass Social Media sehr direkt, schnell und persönlich ist. Man ist nahbar und zeigt sich als man selbst. Beim Schauspiel ist es anders. Da verschwindet man in einer Rolle, es geht nicht um einen selbst, sondern um die Figur. Es hat mehr Tiefe, mehr Handwerk und auch mehr Distanz zu einem selbst.

 

Gerade am Set ist es deshalb manchmal auch schön, nicht ständig am Handy zu sein. Ich genieße diesen kleinen Detox, weil ich in meiner Rolle bleiben möchte und mich nicht von äußeren Eindrücken rausbringen lassen will. Die Kunst ist es, diese beiden Welten zu verbinden. Ich weiß, dass diese Welten sich nicht immer mögen, aber beide Welten profitieren voneinander.“

Du hast mal gesagt, dass Social Media dir im Schauspiel auch im Weg stehen kann, weil Leute dich vorschnell einordnen. Wie schaffst du es trotzdem, ernst genommen zu werden und relevant zu sein – jenseits von bloßer Reichweite?

„Mir persönlich steht da eigentlich nichts im Weg. Ich finde beide Welten super. Ich habe nur das Gefühl, dass es mir manchmal schwieriger gemacht wird, weil man mich durch Social Media kennt und dadurch oft vorschnell einstuft.

 

Gegenüber Influencer:innen oder Content Creator:innen gibt es immer noch viele Vorurteile. Wenn man auf mein Profil geht, wirke ich natürlich erstmal wie eine klassische Content Creatorin, weil ich das Handwerk beherrsche, einen authentischen Feed zu haben. Dadurch wird schnell gejudgt: Ah okay, das ist eine typische Influencerin mit Reichweite.

 

Aber die wenigsten beschäftigen sich wirklich damit, dass da mehr hintersteckt. Dass ich zum Beispiel eine vierjährige Schauspielausbildung habe, sieht man nicht auf den ersten Blick. Da ich im Social-Media-Game bekannter bin als in der Schauspielwelt, muss ich da auf jeden Fall noch einiges beweisen und kämpfen.

 

Ich wünschte mir, man würde Menschen weniger schnell in Schubladen stecken und ihnen mehr Chancen geben. Deswegen habe ich irgendwann auch gesagt: Wenn mir die Chance nicht gegeben wird, drehe ich irgendwann einfach selbst meinen eigenen Film.“

Wenn man sich deine Inhalte anschaut, geht es oft um Entertainment – aber auch um Haltung. Welche Werte sind dir in deiner Arbeit nicht verhandelbar, egal ob auf Social Media (insbesondere bei Brand Kooperationen) oder am Set? 

„Was mir am wichtigsten ist, ist Professionalität, Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit. Dafür stehe ich seit Tag eins mit meinem Namen.

 

Sobald ich etwas zusage, gebe ich mehr als 100 Prozent. Dann spielt danach auch der Preis keine Rolle mehr. Egal, ob es ein hochbezahlter Job ist oder nur ein Barter Deal. Wenn ich etwas zusage, dann bin ich mit allem dabei.

 

Bei der Umsetzung sind mir Ehrlichkeit und Authentizität sehr wichtig. Ich möchte nur mit Marken arbeiten, hinter denen ich wirklich stehe, und keine Produkte empfehlen, die ich selbst nicht nutzen würde.

 

Und menschlich ist mir wichtig, dass man Menschen gut behandelt, egal in welcher Position sie sind. Dass man immer auf Augenhöhe bleibt. Am Ende wollen alle das beste Ergebnis aus ihrer Arbeit holen, und trotzdem darf die Freude und Leichtigkeit dabei nicht fehlen.“

YouTube Deutschland feierte im letzten Jahr 10-jähriges Jubiläum. Du warst von Anfang an mit dabei – was hat sich deiner Meinung nach in den letzten 10 Jahren am meisten auf der Plattform verändert? Vermisst Du etwas von früher?

„Früher war vieles einfach unbeschwerter. Mehr Spaß, weniger Druck, weniger Business, weniger Perfektion und irgendwie auch mehr Community-Gefühl. Das war damals ein ganz anderes Leben. Man ist mit der Kamera durch die Straßen gelaufen, hat andere Vlogger:innen getroffen und dann spontan zusammen etwas gedreht.

 

Heute fühlt es sich oft so an, als wäre jeder eher für sich selbst. Alles ist professioneller geworden: mehr Konkurrenz, mehr Strategie, mehr Marken, Algorithmen, Zahlen und Trends. Viele starten heute direkt mit einem klaren Karriereplan.

 

Das ist natürlich auch schön, weil dadurch ein richtiger Beruf entstanden ist. Aber ich vermisse schon manchmal diese Leichtigkeit von früher, als man einfach gemacht hat, ohne alles so stark zu analysieren.“

Du stehst nicht nur selbst im Rampenlicht, sondern führst auch Interviews mit Stars auf roten Teppichen. Wie verändert dieser Perspektivwechsel deinen Blick auf die Branche – und vielleicht auch darauf, wie du selbst wahrgenommen werden willst?

„Boah, ich liebe es sehr, Interviews mit Hollywood Stars zu führen, vor allem mit meinen Idolen. Ich nutze die Zeit aber nicht zum Fangirling, sondern begegne diesen Menschen wirklich auf Augenhöhe. Ich sehe sie in dem Moment als Kolleg:innen, auch wenn sie natürlich mehrere Nummern weiter sind als ich, keine Frage.

 

Sobald ich den ersten Schritt in den Raum setze, versuche ich, ihnen offen und ehrlich zu begegnen. Dadurch entstehen oft echte Gespräche und ich kann unglaublich viel von ihnen lernen. Ich liebe es, diese Energie aufzusaugen, und merke jedes Mal, wie sehr ich dabei aufblühe.

 

Es hat mir schon immer Spaß gemacht, im Rampenlicht zu stehen. Ich liebe es, vor der Kamera zu posieren, schöne Kleider zu tragen und neue Menschen mit ihren Geschichten kennenzulernen. Gleichzeitig bin ich sehr lernbegierig. Ich stelle gerne Fragen und glaube, man lernt nie aus.

 

Für mich ist es ein großes Geschenk, wenn jemand seine Erfahrungen teilt und man daraus etwas mitnehmen darf. Genau deshalb fühle ich mich in dieser Welt so wohl und möchte mich dort langfristig noch viel mehr bewegen.“

Du zeigst immer wieder deine Begeisterung für Formel 1 – ein Bereich, der auf Social Media nochmal seine ganz eigene Community hat. Was begeistert dich daran so sehr, und siehst du da für dich auch eine langfristige Rolle, die über das reine Fan-Sein hinausgeht?

„Also ich selbst bin ja ein ehrgeiziger Mensch und jeder Rennfahrer kämpft um Millisekunden, um diesen kleinen Kick, um das Beste rauszuholen. Diese Stärke begeistert mich einfach so sehr.

 

Es ist für mich auch ein bisschen wie im echten Leben. Kleine Millisekunden können alles verändern. Ich finde es spannend, wie Rennfahrer teilweise fast Übernatürliches leisten. Natürlich bin ich auch ein Adrenalin-Junkie, ich liebe Geschwindigkeit, Nervenkitzel und die Emotionen, die man als Fan beim Mitfiebern hat.

 

Ich sehe da auf jeden Fall noch sehr viel Potenzial und auch einen großen Teil meines Lebens, irgendwann tiefer in diese Welt einzutauchen. Ich fahre selbst gerne Kart, habe schon immer schnelle Autos geliebt und möchte irgendwann auch eine Rennlizenz machen oder mehr im Rennsimulator trainieren.

 

Ich bin offen für die Zukunft. Wenn ich für etwas brenne, dann setze ich mich da immer komplett rein. Und genau diese Begeisterung spüre ich auch beim Rennsport.“

Jana Riva auf Instagram: https://www.instagram.com/janariva/

Jana Riva auf TikTok: https://www.tiktok.com/@janariva

Jana Riva auf YouTube: https://www.youtube.com/c/JanaRiva

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